Ludwigshafen – Verletzte bei Verfolgunsjagd der Polizei in der Bronx

ludwigshafen_verf_1Ludwigshafen/RLP – Verletzte bei Verfolgungsjagd durch Polizei – Man könnte es auch aufgrund der örtlichen Lage in einem  bestimmten Randgebiet in Ludwigshafen auch “Rumble in the Bronx” nennen. Desweiteren hat man wohl auch wie in diesem Fall , eine Taktik aus den USA übernommen  indem man das Polizeiauto als “Waffe” einsetzt, die genutzt wird , um andere Wagen von kriminellen Flüchtigen abzudrängen oder zum Stillstand zu zwingen.Der genaue  Ablauf dieses Ereignises geschildert anhand von Text und Bildern , exclusiv beschrieben von Frau Petra Karl  die als Augenzeuge vor Ort war.

Hier der Bericht über das Erlebte :

Bei einer wilden Verfolgungsjagd seitens der Polizei, die einen Mann auf einem Roller ohne Kennzeichen verfolgte, wurde nach Zeugenaussagen der Flüchtende, in Ludwigshafen ( einzigen Straße in Ludwigshafen, die zwei Namen gleichzeitig hat ) in der Kropsburgstr./Ebernburgstr, von dem Streifenwagen gerammt. Der Flüchtige wurde durch die Luft geschleudert und knallte gegen einen Stromkasten. Die Polizeibeamten, die den Mann angefahren hatten, sprangen aus dem Auto, stürzten sich auf den Verletzten, und legten ihm Handschellen an. Ob der junge Mann Verletzungen hatte, kümmerte die Polizeibeamten zunächst einmal nicht.

Ein Notarztwagen musste durch die Umstehenden angerufen werden, da die Beamten auch nach Aufforderung keine Anstalten machten, einen Arzt anzufordern.

Die Mutter des Verletzten durfte nicht zu ihrem Sohn, da man ihr ohne Beweis nicht glauben wollte, dass Sie die Mutter ist.Als ich an der Unfallstelle ankam, befand sich der junge Mann bereits im Krankenwagen. Kein Angehöriger durfte zu ihm. Ich hatte meine Kamera dabei und schoss einige Bilder, und machte Filmaufnahmen von den Umstehenden, sowie dem Polizeiwagen und dem Roller, um die Beschädigungen, sowie den Unfallort zu dokumentieren. Erst 30 Minuten später fuhr der Notarztwagen weg und brachte den Verletzten ins Marienkrankenhaus.

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Eine Polizeibeamtin forderte mich auf mich zu entfernen und wollte mir die Aufnahmen verbieten. Da ich jedoch die Polizeiarbeit nicht behinderte, weigerte ich mich zu gehen. Ebenfalls ließ ich mir nicht verbieten Aufnahmen zu machen. Ich habe einige Zeugenaussagen und Stimmungen bei den Umstehenden aufgenommen.

Fazit: Alle Personen beschwerten sich über das unverhältnismäßige Vorgehen der Polizei und die Unfreundlichkeit. Auch wollten einige Beamten nicht einmal der Mutter des Verletzten ihre Namen mitteilen, geschweige ihre Dienstnummer.

Fassungslosigkeit und Unverständnis

Fassungslosigkeit und Unverständnis

Am Ende wurden auch meine Personalien aufgenommen, damit man mich anzeigen könne, falls ich die Gesichter der Polizei öffentlich zeigen würde, da mir dieses verboten wurde.Die rasante Verfolgungsjagd seitens der Polizei wurde ohne Rücksicht auf Gefährdung von Menschenleben gemacht. Eine Frau, die gerade den Seitenweg entlanglief, wurde beinahe von dem Polizeiwagen angefahren und erlitt später einen Kreislaufkollaps. Zum Glück waren zu diesem Zeitpunkt keine Kinder an der Unglücksstelle, es hätte ein böses Ende nehmen können.

Ich verstehe, dass die Polizei einen Flüchtigen, der ohne Kennzeichen einen Roller im Straßenverkehr führt verfolgen müssen und auch sollen. Jedoch dies ohne Rücksicht auf Gefährdung anderer Menschen zu tun, ist in meinen Augen unverantwortlich. Ein Rechtsanwalt wurde eingeschaltet und es wird Anzeige gegen die Polizei erstattet.

Die angehängten Bilder und noch folgenden Filmaufnahmen sind mein Eigentum. Kopieren oder Veröffentlichung sind ohne vorherige Genehmigung verboten..

Ich werde jedoch bis Ende der Woche den Film mit den Zeugenaussagen ins Internet einstellen.

Petra Karl
P+P Edition
Tel. 0176 – 96 43 1113
www.gfa-ludwigshafen.de
“!Tacheles – Im Namen des Volkes?!

Hier der Polizeibericht der Polizei Ludwigshafen – Über die Festnahme habe ich mehrere Zeugenaussagen aufgenommen, die sagen aber etwas anderes aus :

Polizeipräsidium Rheinpfalz 02.März.2009,  Polizeipräsidium Rheinpfalz

Ludwigshafen, Rollerfahrer entzieht sich durch Flucht einer Verkehrskontrolle 23-Jähriger kann erst nach Verfolgungsfahrt gestellt werden

Polizeidirektion Ludwigshafen
Polizeiinspektion Ludwigshafen 1

Am Sonntag, dem 01.März 2009, kam es gegen 17.20 Uhr zu einer Verfolgungsfahrt von einem Funkstreifenwagen und einem flüchtenden Rollerfahrer im Bereich des Verbindungsweges der Maudacher Straße, beginnend am Mundenheimer Bahnhof, in Richtung Ebernburgstraße.

Zur genannten Zeit befuhr ein 23-jähriger Ludwigshafener mit einem Roller ohne Helm und Kennzeichen den Verbindungsweg zwischen der Maudacher Straße und der Ebernburgstraße. Er zog mit einer Hand einen Zweirad-Anhänger mit sich. Eine Funkstreife der Polizeiinspektion Ludwigshafen 1 wurde auf ihn aufmerksam, folgte ihm und wollte den Rollerfahrer einer Verkehrskontrolle unterziehen. Daraufhin beschleunigte der Fahrer sein Kleinkraftrad und versuchte, trotz mehrerer sich in diesem Bereich befindlichen Fußgänger, zu flüchten. Die Streife schaltete daraufhin Blaulicht und Martinshorn ein. Der Rollerfahrer ließ zur Verbesserung seiner Flucht-Chancen bei voller Fahrt auf unwegsamen Gelände den Anhänger los, welcher eine namentlich nicht bekannte Passantin nur knapp verfehlte. Schließlich endete die Flucht in der Ebernburgstraße durch einen Zusammenstoß des Rollers mit dem Streifenwagen. Der Mann versuchte jetzt zu Fuß weiter zu flüchten, konnte aber durch die Beamten gestellt werden.

Der Mann ist nicht im Besitz einer Fahrerlaubnis und der Roller ist nicht versichert.

Der Ludwigshafener zog sich bei dem Unfall leichte Verletzungen zu. An beiden Fahrzeugen entstand Sachschaden in noch unbekannter Höhe.

Zeugen des Vorfalles, insbesondere die Fußgänger und die durch den Anhänger gefährdete Frau, werden dringend gebeten, sich bei der Polizeiinspektion Ludwigshafen 1 unter der Telefonnummer: 0621 / 963 – 1158 zu melden

Kommentar von Dirk Grund dazu :

Handlungsgrundsätze und Verhältnismäßigkeit der Polizei

Nach Art. 4 PAG ist die Polizei bei ihrem Handeln den Restriktionen des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit unterworfen. Dieser fordert in der Praxis, dass die Beamten unter mehreren ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln dasjenige auswählen, das am geringsten in die Rechte des Betroffenen eingreift. Zudem darf die Intensität der Maßnahme sich nur in dem erforderlichen Rahmen halten.

Die Polizei ist im Gegensatz zur Staatsanwaltschaft nicht per se verpflichtet, einer Gefahr nachzugehen. Nach dem sog. Opportunitätsprinzip steht ihr ein Ermessen zu, und zwar solwohl hinsichtlich des “ob” ( Entschließungs- ermessen ) als auch des “wie” ( Auswahlermessen ) des Einschreitens. Das polizeiliche Entschließungsermessen ist eingeschränkt, wenn eine Gefährdung der Verletzung von Grundrechten ( z.B. das Leben eines Dritten ) oder sonstige, wichtige Rechtsgüter betroffen sind. Man spricht dann von einer Ermessensreduzierung auf Null.

2 Gedanken zu „Ludwigshafen – Verletzte bei Verfolgunsjagd der Polizei in der Bronx

  1. Andreas Löffler

    Wann wird das in Deutschland endlich mal kapiert, daß es KEINE DIENSTNUMMER GIBT ! ! !

    Zuviele US-Action-Police-Cop-Helden-Serien nehme ich an.

    Deutsche Beamte können maximal Name, Dienststelle und evtl. die Amtsbezeichnung angeben, obwohl die für Nichtblinde auf den Schulterklappen zu sehen ist.

    Einen Art. 4 PAG gibt es in Rheinland-Pfalz nicht, es handelt sich um eine bayerisches Gesetz. Die Entsprechung in RLP wäre das POG.

    Einer Gefahr muß NUR die Polizei nachgehen, NICHT die StA. Ich nehme an der „Gesetzeskenner“ meint hier wohl einer Straftat, dann würde seine Aussage etwas mehr stimmen.

    Die Beamten vor Ort hatten wohl entschieden einzugreifen, was durchaus in ihrer Befugnis und ihrem Ermessen lag.

    Ob die Art der Anhaltung in dieser Form gerechtfertigt war, ist aber aus diesem Bericht nicht ersichtlich. Dazu müßte man den Fall vor Ort sehen.

    Ob die Polizei lügt, oder ob hier jemand notorisch ein Problem mit Staatlichen Organen hat will ich nicht beurteilen, daß muß jeder mit sich ausmachen.

    Einer Mutter gegenüber, die nicht nachweisen kann das sie ebenjene ist, müßen sich die Beamten in der Tat nicht ausweisen, da deren Maßnahme diese Person zwar trifft, dies für die Beamten aber nicht erkennbar war.

    Ob der Platzverweis gegen die Berichterstatterin durchsetzbar war oder nicht, kann ich erneut von hier aus nicht beurteilen.

    Bevor jemand mutmaßt: Nein, ich bin kein Polizeibeamter, aber durchaus im geltenden Recht von RLP bewandert.

    Also, Skandalisierungen dieser Art immer mit wachem Auge lesen. Kann stimmen, muß es aber ebensowenig, wie die Behördenberichte. Den so wie diese stark tendenziös sind, erscheint mir eben dieser Bericht stark tendenziös, wenn auch in die Gegenrichtung.

  2. Petra karl

    Hallo Herr Löffler,

    als erstes vielen Dank für ihre Richtigstellung der Dienstnummer. Der Beamte aber verweigerte seinen Namen zu nennen, nachdem die Mutter sich ausgewiesen hatte.
    Ob jemanden anfahren um diesen zu stoppen gerechtfertigt ist, weiß ich nicht genau. Aber nach meiner Auffassung des Rechtes, sollte man dieses nicht tun, wenn man dabei Menschenleben aufs Spiel setzt. Dies war kein Mörder der verfolgt wurde.
    Aber wenn Sie so gut im geltenden Recht bewandert sind, wären Sie vielleicht bereit uns in einigen anderen Fragen zu unterstützen.
    Wir unterrichten aus der Sicht der Bürger, wie die Behörden ,Ämter und Medien für ihre Seite benachrichtigen. Aber wir haben Bilder und Zeugen und können unsere Aussagen beweisen.

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