
Zeitung: Arbeitsunwilligen drohen höhere Strafen
Arbeitslose sollen künftig schärfer bestraft werden, wenn sie einen Job als Erntehelfer ablehnen oder abbrechen.
Laut einem Bericht der Zeitung “Die Welt” sollen Hartz-IV-Empfänger dann 30 Prozent weniger Geld bekommen. Bislang setzen die Arbeitsagenturen auf Freiwillige. Im vergangenen Jahr sollten 30.000 ausländische Saisonarbeiter durch deutsche Arbeitslose ersetzt werden. Ein großer Teil der Vermittelten erschien aber gar nicht erst bei den Landwirten.
Dazu Andreas Frick :
Als ich diese Nachricht im WDR4 hörte war ich entsetzt!
Selber Arbeitslos (ALGI) habe ich unter Anderem im vergangenen Sommer diverse
ähnliche Arbeitsangebote auf der Seite der BA gefunden. Da es sich um Saisonarbeiten mit geringer Bezahlung handelt, kam mir der Gedanke mal anzufragen ob man nicht so eine Tätigkeit annehmen sollte, natürlich nur als Nebenjob, und wenn sich während dieser Zeit eine Arbeit im Beruf findet, wieder aufzugeben. Der Hintergedanke dabei war, mit diesem zusätzlichen Geld Schulden abzutragen. Die BA machte mir aber diese Hoffnung zunichte, denn sie wollte diesen Verdienst voll anrechnen, so das das Ziel, das ich mir gesetzt hatte nicht erreicht worden wäre.
Das solche Arbeiten ganz schön an die Substanz gehen weis ich als Sohn eines Landarbeiters sehr gut, habe ich selbst schon im zarten Kindesalter mitangepackt!
Natürlich von mir aus, denn Vater hatte in dieser Hinsicht viel Verständniss für Kinder und zwang uns nie. Mußte man auf die „Toilette“ ,verließ man das Feld und und ging ins Gebüsch; das geht heute aber nicht mehr. Genauso wie auf dem Bau muß man „Chemocloaken“ dazu aufsuchen , die bei 30 und mehr Arbeitern schnell überfüllt sind, also eine Schweinerei ersten Ranges sind – von Menschenwürde keine Rede und mit Gesundheitsgefahren verbunden. Händewaschen danach ist auch nicht möglich weil kein Wasser vorhanden! 10 -12 Stunden in Zwangshaltung arbeiten, möglicherweise ohne ausreichende Pausen und schlechter Ernährung (unter HartzIV sind üppige Mahlzeiten und anständige Braten -welche für Harte Arbeit unabdingbar sind- wohl kaum möglich). Alles in allem für Menschen des 21. Jahrhunderts die reinste Quälerei.
Menschen unter solche Bedingungen zu Zwingen dürfte also mit der Zwangsarbeit im III. Reich vergleichbar sein
Da kann ich nur sagen : selber schuld wer unbedingt ein Auto halten will, das wird jetzt zum Verhängniss, denn die erzwungene Arbeit liegt oft weit außerhalb und ist meistens nur mit dem Auto zu erreichen. Weitere Anmerkung:Sollte diese Arbeit ohne Vertrag mit dem Landwirt sein, kann man das als echte Zwangsarbeit auslegen.Im Sinne des SGB (1€-Job) ist das auf keinen Fall. In diesem Fall zu einem Ra gehen und Klage beim Arbeitsgericht einreichen lassen, welcher eine auskömmliche Bezahlung einklagen soll. Bietet der Landwirt einen Arbeitsvertrag an, dann nur unterschreiben wenn der Stundenlohn nicht unter 7,5€ liegt (derzeit von den Gewerkschaften als Mindestlohn propagiert)Auch auf kostendeckenden Fahrkostenersatz achten, in dieser Hinsicht schummeln die Behörden (in diesem Fall die ARGEn, aber auch die Arbeitgeber).
Andreas Frick
Spicher Platz 24
53842 Troisdorf
eindreifachhoch@arcor.de
Dieser Eintrag wurde verfasst am Donnerstag, 12. April 2007 um 15:05 und in der Kategorie Allgemeines und Sonstiges, Politik, Wirtschaft und Arbeit, News abgelegt. Antworten auf diesen Beitrag kannst du mit dem RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst außerdem einen Kommentar abgeben oder einen Trackback von deinem Blog senden.



13. April 2007 um 07:27
Und was ist daran so schlimm, dass jeder erst mal selbst für seinen Lebensunterhalt sorgen soll? Was glauben Sie, wie viel die Leute mit nach Hause nehmen, die Tag für Tag regelmäßig zur Arbeit gehen und mit dafür sorgen, dass es Überhaupt Hartz IV gibt? Denen bleibt doch oft auch kaum mehr als Sie fürs Zuhause-Bleiben bekommen. Viele hätten sicher auch gern etwas mehr in der Geldbörse. Klar ist Feldarbeit schwer, aber ich sehe darin keine Diskriminierung.
13. April 2007 um 12:51
Hallo Helga ,
ich teile durchaus Ihre Meinung.
Ich bin auch dafür das sich Arbeit wieder Lohnen soll!
Und das jeder der Arbeitet auch mehr bekommen soll wie jemand der keine Arbeit hat!
Ein nettes Argument zur Absenkung des Alg-II-Geldes war bei politischen Scharfmachern bislang immer, dass es sich nicht unbedingt lohne zu arbeiten, wenn die Bezüge vom Staat höher sind als die Arbeitslöhne.
Nicht ganz falsch.
Allerdings ist mir dann unklar, warum sich die Union gegen Mindestlöhne sperrt. Für 3,82€ brutto die Stunde lohnt sich arbeiten nun wirklich nicht mehr.Die Koalition ist angetreten, um “den Faktor Arbeit” wieder billiger zu machen.Was wir erleben ist nichts Neues, sondern nur der stetige Kampf zwischen den Interessen des Kapitals und denen der LohnempfängerInnen. Abhängig Beschäftigte sind gerade zu Zeiten der Krise die großen Verlierer. Selbst wenn es zu einem eher schwächlichen Aufschwung der Wirtschaft kommen sollte, dann auf Kosten der ArbeitnehmerInnen. Ob Aufschwung, Stagnation oder wirtschaftliche Depression: die Zeche zahlt die Masse und nicht die Millionäre. Dafür erzählt man es ihm jeden Tag aufs Neue. Der Witz daran: Sie wollen ja wirklich arbeiten! Wenigstens so viel, dass man davon leben kann.
Aber das ist nicht alles, es kommt noch schlimmer: wird vermutet, ein Arbeitsloser sei arbeitslos, nicht weil er über die Zuchthausmauer geworfen wurde, sondern selbst gesprungen ist, so wird Bestrafung gefordert. Verschärfte Haft für den Entflohenen. Das gilt für alle, die draußen sind. Sind schließlich selbst schuld: Wer Arbeit will, der kriegt auch welche. Wer drinnen bleiben will, der schafft das auch. Dabei durfte man schon lange vorher schon nicht mehr ‚nicht wollen’. Verbessert hat sich dadurch nichts. Jedenfalls nicht für die Wollenden. Jetzt heißt es wieder und noch lauter: Die wollen nicht arbeiten, sonst würden sie ja gewollt. Nirgendwo sonst ist es so einfach das Wollen und Nichtwollen von Menschen zu erkunden, als bei Arbeitslosigkeit.
Und, oh Graus, es werden immer mehr. Von manchen hätte man es nie gedacht. Also wie Menschen sich so verändern können: heute noch erwerbstätig, morgen schon Schmarotzer.
Sowas sollte verboten werden. Aber jedes Verbot braucht eine Gefahr. Was ist aber an Arbeitslosigkeit gefährlich? Was wäre daran gefährlich, wenn wieder einer eine Stelle frei macht, die ein anderer so dringend braucht? Sogar gemeingefährlich, wenn der „Arbeitsverweigerer“, weil arbeitslos, mit ökonomischen Druck und per Gesetz umerzogen werden muss? Resozialisiert und zurück ins Zuchthaus: Verschärfte Haftbedingungen. Aber nur, wenn statt der Arbeit staatliche Fürsorge fällig ist. Echten Inhaftierten geht es da besser: Wer nicht arbeiten will, wird nicht entlassen.
Schluss Essay :
Wer Arbeitet soll auch mehr Geld haben wie jemand der keine Chance hat Arbeit zu bekommen aufgrund von Technisierung und Fortschritt!Aber wenn jemand Arbeitet dann sollte er davon auch Leben können!Wenn Sie sich näher mit der Materie der Wirtschaft und der zur Zeit herrschenden Niedriglohnsektors befassen würden,hätten Sie dieses Kommentar nicht machen müssen.Obgleich ich Sie aber respektiere weil Sie vieleicht für Peanuts arbeiten gehen müssen.Bedanken Sie sich nicht bei mir sondern bei denen die es ermöglicht haben und immer weiter Forcieren!Den wehrten Herrn der Bundesregierung die sich in unzähligen Vorständen und Beiräten großer Konzerne noch dazu eine Goldene Nase verdienen in dem sie die Löhne drücken damit das Kapital wieder größer wird.
mfg Dirk Grund
25. April 2007 um 14:19
Wo zur hölle ist bitte die menschenwürde wo die politiker immmer so gerne davon reden?
Wenn ich zwangsarbeit höre muss ich kotzen!