Keiner weiß, wie viele Arbeitslose und Hartz-IV-Empfänger es gibt.
Denn die Hartz-Gesetze haben zu einem statistischen Chaos geführt, in dem niemand mehr den Durchblick behält.
Die offiziellen Statistiken sind eher verwirrend. Vergangenes Jahr ist die Zahl der Arbeitslosen um knapp 600.000 gesunken, aber bis Ende Oktober sind komischerweise nur 392.000 neue sozialversicherungspflichtige Stellen entstanden. Wie passt das mit dem Aufschwung den zusammen?
Bei der Arbeitslosenzahl sind die Gestaltungsspielräume aber extrem groß.
Ein Beispiel: Wenn man die Bezieher von Arbeitslosengeld I und II zusammenrechnet, dann hat sich ihre Zahl letztes Jahr nur um 257.000 vermindert. Aber die registrierten Arbeitslosen sind – wie gesagt – um knapp 600.000 gesunken. Hier tut sich eine Lücke von rund 340.000 Menschen auf, die irgendwie aus der Arbeitslosenstatistik verschwunden sind.
Wo sind sie nur hin? Gibt es eine dritte Dimension?
Oder eine andere Parallelwelt?
Selbst die Regierung versteht Ihre eigene Reform nicht mehr!
Und gerade Herr Müntefering gibt Presseerklärungen heraus die total falsch sind!
Noch ein Beispiel : Ende November haben die Arbeitsagenturen 30.000 Arbeitslose weniger gezählt, die sie betreuen. Daraus hat dann Müntefering gemacht, dass es 30.000 Arbeitslosengeld-I-Empfänger weniger geben würde. Ein Irrtum, weil nicht jeder Arbeitslose auch Arbeitslosengeld I erhält.
Gibt es noch andere solcher amtlichen Irrtümer?
Eher lustig war, dass einige Landkreise immer wieder ausgewiesen haben, dass die allein erziehenden Hartz-IV-Empfänger zu 50 Prozent männlich seien. Das widerspricht natürlich jeder Lebenserfahrung. Ein Computerfehler, wie sich dann herausstellte: Jetzt werden für diese Landkreise gar keine Zahlen mehr zu Alleinerziehenden angegeben. Oder mit einer Fußnote versehen: “Software-Fehler”.
Vielleicht endet das Chaos, wenn alle Computerprogramme der Bundesagentur laufen?
Das ist unwahrscheinlich. Denn das Chaos wird von den Hartz-Gesetzen selbst gestiftet, die zwei Klassen von Arbeitslosen geschaffen haben und gleich drei Verwaltungsinstitutionen: Arbeitsagenturen, Arbeitsgemeinschaften und optierende Kommunen. Und zwischen diesen werden die Arbeitslosen hin- und hergeschoben.
Man könnte zum Beispiel denken, dass wenigstens der Zuwachs an sozialversicherungspflichtigen Stellen eine relativ verlässliche Zahl sei. Aber es irritiert, dass immer mehr Beschäftigte mit regulären Jobs nebenher noch Hartz-IV beziehen müssen. Offenbar nehmen vor allem Teilzeitstellen und Niedriglohnjobs zu.
Ich muss wirklich sagen “Hartz4 ein durchaus gelungenes Konzept das vieleicht gerade noch so als Früchstückslektüre ala Bild taugt”!
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