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Do
12
Apr '07

Also doch Zwangsarbeit!

1€ Sklaven

Zeitung: Arbeitsunwilligen drohen höhere Strafen
Arbeitslose sollen künftig schärfer bestraft werden, wenn sie einen Job als Erntehelfer ablehnen oder abbrechen.

Laut einem Bericht der Zeitung “Die Welt” sollen Hartz-IV-Empfänger dann 30 Prozent weniger Geld bekommen. Bislang setzen die Arbeitsagenturen auf Freiwillige. Im vergangenen Jahr sollten 30.000 ausländische Saisonarbeiter durch deutsche Arbeitslose ersetzt werden. Ein großer Teil der Vermittelten erschien aber gar nicht erst bei den Landwirten.

Dazu Andreas Frick :

Als ich diese Nachricht im WDR4 hörte war ich entsetzt!
Selber Arbeitslos (ALGI) habe ich unter Anderem im vergangenen Sommer diverse
ähnliche Arbeitsangebote auf der Seite der BA gefunden. Da es sich um Saisonarbeiten mit geringer Bezahlung handelt, kam mir der Gedanke mal anzufragen ob man nicht so eine Tätigkeit annehmen sollte, natürlich nur als Nebenjob, und wenn sich während dieser Zeit eine Arbeit im Beruf findet, wieder aufzugeben. Der Hintergedanke dabei war, mit diesem zusätzlichen Geld Schulden abzutragen. Die BA machte mir aber diese Hoffnung zunichte, denn sie wollte diesen Verdienst voll anrechnen, so das das Ziel, das ich mir gesetzt hatte nicht erreicht worden wäre.

Das solche Arbeiten ganz schön an die Substanz gehen weis ich als Sohn eines Landarbeiters sehr gut, habe ich selbst schon im zarten Kindesalter mitangepackt!

Natürlich von mir aus, denn Vater hatte in dieser Hinsicht viel Verständniss für Kinder und zwang uns nie. Mußte man auf die „Toilette“ ,verließ man das Feld und und ging ins Gebüsch; das geht heute aber nicht mehr. Genauso wie auf dem Bau muß man „Chemocloaken“ dazu aufsuchen , die bei 30 und mehr Arbeitern schnell überfüllt sind, also eine Schweinerei ersten Ranges sind – von Menschenwürde keine Rede und mit Gesundheitsgefahren verbunden. Händewaschen danach ist auch nicht möglich weil kein Wasser vorhanden! 10 -12 Stunden in Zwangshaltung arbeiten, möglicherweise ohne ausreichende Pausen und schlechter Ernährung (unter HartzIV sind üppige Mahlzeiten und anständige Braten -welche für Harte Arbeit unabdingbar sind- wohl kaum möglich). Alles in allem für Menschen des 21. Jahrhunderts die reinste Quälerei.

Menschen unter solche Bedingungen zu Zwingen dürfte also mit der Zwangsarbeit im III. Reich vergleichbar sein
Da kann ich nur sagen : selber schuld wer unbedingt ein Auto halten will, das wird jetzt zum Verhängniss, denn die erzwungene Arbeit liegt oft weit außerhalb und ist meistens nur mit dem Auto zu erreichen. Weitere Anmerkung:Sollte diese Arbeit ohne Vertrag mit dem Landwirt sein, kann man das als echte Zwangsarbeit auslegen.Im Sinne des SGB (1€-Job) ist das auf keinen Fall. In diesem Fall zu einem Ra gehen und Klage beim Arbeitsgericht einreichen lassen, welcher eine auskömmliche Bezahlung einklagen soll. Bietet der Landwirt einen Arbeitsvertrag an, dann nur unterschreiben wenn der Stundenlohn nicht unter 7,5€ liegt (derzeit von den Gewerkschaften als Mindestlohn propagiert)Auch auf kostendeckenden Fahrkostenersatz achten, in dieser Hinsicht schummeln die Behörden (in diesem Fall die ARGEn, aber auch die Arbeitgeber).

Andreas Frick
Spicher Platz 24
53842 Troisdorf
eindreifachhoch@arcor.de

auf www.alg2-hartz4.de