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Mo
25
Jun '07

Hunger! – Eine hausgemachte Tragödie deutscher Sozialpolitik

Hungertot

(Gedanken, gewidmet den Toten und Leidenden des deutschen Neoliberalismus)

Langsam sinkt ihr Arm zu Boden. Mit letzter Kraft schleppte sie sich zurück zur Couch im Wohnzimmer, nachdem sie den unendlich langen Weg auf sich genommen hatte die Türe zu öffnen. Eigentlich machte es keinen Sinn mehr für sie, nein, keinen Sinn mehr. Ihr Kind lag schon seit Tagen tot in seinem Bett. Und sie selbst hatte der Mut zum Leben verlassen.Wäre es nicht doch besser gewesen, sie hätte nicht geöffnet? Gewartet bis auch sie der Hungertod ereilte? Aber die Schmerzen, die Infektionen, der Durchfall, das langsame Versagen der Organe. Aber ihr Sohn, er ist tot. Sollte sie dann nicht auch sterben? Die Helfer sind mittlerweile in die Wohnung gekommen und sie wird notärztlich versorgt. Ihrem Kind kann er nicht mehr helfen, er hat die Schmerzen des Verhungerns bereits hinter sich. Sie nehmen sie mit, in ein Krankenhaus, weg von ihrem Kind. Sie wollte ihn doch nicht verlassen, nein das wollte sie nicht. Er kommt doch allein nicht zurecht. Er braucht doch ihre Hilfe. Nur ist es so schwer zu helfen, wenn einem selbst diese Schwermut befallen hat, sie lähmt die Gelenke, das Denken und Hoffen. Sie nimmt einem den Mut zur Zukunft, sie lässt einen starr werden, buchstäblich erstarren vor jeder Belastung.

Versucht hat sie doch, was sie noch konnte, nachdem kein Geld mehr kam. Niemanden hat es interessiert, dass je mehr ihr Kleiner die Kraft verlor, auch bei ihr die Kraft weniger wurde. Nein, gewollt war das nicht. Das hat sich einfach so eingestellt, trotz aller Kraftanstrengung etwas zu verändern, wurde die Kraft immer weniger. Er wollte doch dorthin gehen um wieder Geld zu bekommen, doch er schaffte es nicht einmal vor die Tür. Sie schaffte es noch sich aufzuraffen um bei der Tafel um Lebensmittel zu bitten. Doch ohne amtlichen Nachweis geht da nichts, nein wer nicht amtlich registrierter Armer ist, der muss verhungern? Niemand hörte die stillen Schreie der Hungernden nach Hilfe. Die Schreie derer, denen die Kräfte fehlten weil sie depressiv waren, nicht zu faul, nicht zu stolz, nicht zu trotzig, nein zu KRANK. Aber in diesem Land ist Depression keine Krankheit, sie ist der Ausdruck von Arbeitsfaulheit, Dummheit und Bequemlichkeit in den Köpfen der „Volksweisen“. Keiner, der sich nie damit beschäftigen musste, hat auch nur eine Ahnung was es bedeutet schwer depressiv zu sein.

Jeden Morgen zu kämpfen überhaupt aufstehen zu können. Die Lahmheit der Glieder zu überwinden in einem schier aussichtslosen Kampf gegen die eigene Psyche. Und mit jeder neuen Belastung wird die Trägheit größer, der Kampf schwerer und mündet schlimmstenfalls in einen verlorenen Kampf, der gekrönt wird von einer Starre, der Katatonie. Da ist der Tod dann auch nicht mehr weit. Das Amt hat es nicht interessiert wie es ihnen gegangen ist. Denn „man hat ja schließlich keine gesetzliche Fürsorgepflicht im SGB II”. Sie sagen sie hätten nichts von der Krankheit ihres Sohnes gewusst. Nun, Sozialamt und Hartz IV Behörden haben doch die gleichen Datenquellen? Oder nicht? Und nehme ich einem Menschen, der nachweislich keinerlei anderes Einkommen hat, sein Einkommen, was soll er anderes tun als sterben? Niemanden hat es interessiert, keiner hat sie besucht, keinem ist irgendetwas aufgefallen. Nein, wie scheinheilig und bigott ist diese Gesellschaft doch. Schließt weiter Eure Augen, denn wenn ich die Ungerechtigkeit nicht sehe, dann ist sie auch nicht da, stimmt’s?

Die Mutter konnte nicht dabei sein, als ihr Kind beigesetzt wurde. Nur die waren am Grab, die wohl die Schuld am Leiden und Sterben dieser Menschen tragen? War es ihr Gang nach Canossa? Hüllten sie sich in Sack und Asche als sie dort am Sarg standen? Oder waren sie gar nicht da? Wer war denn da? Eigentlich doch niemand der wirklich trauerte. Hartz IV hat wieder einem Menschen, in aller Öffentlichkeit, das Leben genommen. Hartz IV erscheint mir, wie eine Volksseuche der widerwärtigen Art, sie infiziert langsam und nachhaltig breite Bevölkerungsschichten des Prekariats, und tötet in Raten, in Raten zu 30 %, 60 % und 100%. Hartz IV erinnert mich an die Pest. Sie tötete Millionen, nur erschien sie in ihrer übermäßigen Grausamkeit noch gerechter, sie infizierte ohne Ansehen des Standes.

Wenn Ihr, die Ihr immer meint eine solche Situation beurteilen zu können, weil ihr ja den einen oder anderen kennt, der auch Hartz IV bezieht, heute abend durch Eure Stadt, Euren Ort geht, dann seht Euch die erleuchteten Fenster an und die dunklen Fenster. Fragt Euch, welches wohl nicht leuchtet, weil der Strom nicht mehr bezahlt werden konnte, hinter welchem leuchtenden Fenster Menschen sind, die schon länger nichts mehr richtiges zu essen hatten, weil sie den Strom bezahlt haben. Fragt Euch, wer von Euren Nachbarn, die Ihr vielleicht schon lange nicht mehr gesehen habt, gerade verhungert oder stirbt weil er sich seine Medikamente nicht mehr leisten kann. Fragt Euch, wenn Ihr die Kinder in den Straßen seht, welches von ihnen heute noch nichts gegessen hat. Ja, das ist Deutschland heute. Was habe ich in den Foren, die über André aus Speyer berichteten, für Klugscheißer kennen gelernt. Die Klugscheißer, die auf alles eine Antwort wissen. Die depressiven Menschen pauschal Faulheit und Sozialschmarotzertum unterstellen, ohne jemals darüber nachgedacht zu haben, wie sehr sie damit diesen Menschen verletzen.

Ihr, die Ihr diese „Sozialweisheit” mit Löffeln gefressen habt, seid ein jämmerliches Zeugnis für Euch selbst. Trötet nur ins gleiche Horn, das Euch die Verantwortlichen aus Politik und Wirtschaft eingeblasen haben. Ich denke, Ihr seid nicht fähig Euch eine eigene Meinung zu bilden, das scheint zu schwer zu sein. Nun ja, in einem Land von Fertiggerichten, Fast-Food, in dem einem alles vorgekaut serviert wird, ist es kein Wunder dass der Mensch dann auch auf vorgekaute und fertig argumentierte Meinung zurückgreift. Alles andere kostet Zeit, und Zeit ist GELD. Ich weiß aus eigener Erfahrung, was es heißt depressiv zu sein, diese Handlungsblockaden durchzumachen, nicht mehr die Kräfte zum Handeln zu haben trotzdem man es so sehr will. In Euren Augen gehöre ich auch zu den arbeitsfaulen Sozialschmarotzern, die sich nur hinter ihrer „Depression” verstecken? Jawohl, dann bin ich für Euch halt so einer. Denn, eine Meinung gebildet aus Vorurteilen, vorgefertigten Meinungen und keinerlei eigener Recherche oder Auseinandersetzung mit der Problematik, ist definitiv nichts wert.

Die Bundesregierung meint, dass die Kürzungen in dem Fall des André aus Speyer rechtswidrig waren, aber die zuständige Hartz IV Behörde keine Schuld treffe. Ich staune doch, wie kompliziert doch manchmal Politik sein kann. Mein einfaches, laienhaftes Empfinden sagt mir, wenn ich jemandem rechtswidrig die Leistung wegnehme und er keinerlei Möglichkeiten mehr hat diesen Verlust auszugleichen, dann bin ich schuld wenn dieser Mensch stirbt. Aber es scheint so, dass sich mittlerweile in diesem Staat eine Spezies von Mensch entwickelt hat, die dieses einfache Empfinden und die Sicht von Realitäten, nicht mehr nachvollziehen kann.

Es muss sich wohl um den homo politicus öconomii handeln. Dieser scheint zu eigen zu haben, dass jegliches Empfinden von Schuld verloren gegangen ist. ER KANN NICHT SCHULDIG WERDEN, da es in seiner Weltanschauung keine Schuld mehr gibt. Was sich zwangsläufig dann auch in Schreiben von Landes- und Bezirksregierungen zeigen muss, die offensichtlich rechtswidriges Handeln dieser Hartz IV Behörden als „gesetzeskonform” bezeichnen. Nein, Schuld an seinem Tod hat nur der Tote selbst, denn hätte er weitergelebt, wäre er nicht gestorben. Eine ganz einfache Schlussfolgerung, der doch schließlich jeder folgen kann, oder? Nun, nachdem ich so viele Reaktionen zu diesem Geschehen in Speyer gelesen habe, die Stellungnahme der Bundesregierung, die Äußerungen des Bürgermeisters usw., frage ich mich doch noch ein paar Dinge.

Wie widerwärtig muss die Sozialpolitik in Deutschland eigentlich noch werden, bis der homo sapiens reagiert? Wie durchtrieben muss jemand sein, der sich zum Handlanger solcher Gesetze und Dienstanweisungen macht, die dem Menschen die Existenz zerstören können? Glauben in diesem Land wirklich noch viele, dass ein Mensch der am Verhungern ist, der diese Schmerzen und Torturen durchmacht, nicht nach Kräften versucht Hilfe zu erlangen?

Ein Mensch ist dort in Speyer verhungert, andere vorher starben ebenfalls. Die Mutter war dem Tode nahe. Wie kalt ist Deutschland doch geworden? Oder war es hier niemals wirklich warm? Nun, ich denke diese Menschen haben nicht umsonst gelitten. Und wenn sie uns nur durch ihr Leiden und Sterben aufgezeigt haben, wie kalt, gefühllos und geldgierig dieses Land geworden ist.

H. J. Graf
90491 Nürnberg
[EMAIL] hjgraf@infopartner.net
© H. J. Graf, 2007

Dieser Eintrag wurde verfasst am Montag, 25. Juni 2007 um 09:46 und in der Kategorie News, Politik, Privates und persönliches, Wirtschaft und Arbeit abgelegt. Antworten auf diesen Beitrag kannst du mit dem RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst außerdem einen Kommentar abgeben oder einen Trackback von deinem Blog senden.

1 Kommentar »

Ein Kommentar zu “Hunger! – Eine hausgemachte Tragödie deutscher Sozialpolitik”

  1. Christoph W meint:

    Wie groß ist die Dunkelziffer?
    Wie viele Menschen sind tatsächlich schon auf Grund des neuen “Sozialgesetzes” drauf gegangen?

    Dieser Text treibt mir die Tränen in die Augen und ich zitter. Es weckt Schmerzen und Erinnerungen. Ich bin auch an einer schweren Depression erkrankt… Gerade dann ist dieser Staat menschenfeindlich. Vor 6 Wochen viel mein endgültiger Entschluß mein Leben zu beenden, ich bin 20. Nun sitze ich hier und heule, nicht deswegen, sondern weil dieser Mensch es nicht überlebt hat!

    Ich möchte an dieser Stelle meine Geschiohte erzählen, ich möchte kein Mitleid, sondern euch zum nachdenken bewegen.

    Mitte März wurde ich arbeitslos. Hab mich also arbeitslos gemeldet und Hilfe beantragt. Da ich meine Ausbildung selbst gekündigt habe (ich war psychisch schon angefressen) wurde mir gesagt, das ich damit rechnen muß eine Sperrfrist von 12 Wochen zu bekommen). Da wusste ich schon nicht mehr wie es weiter gehen soll ohne Geldreserven. Letztendlich wurde mein AlgI Antrag nach ein paar wochen abgelehnt, weil ich keine 12 Monate gearbeitet hab – meine Wehrdienstzeit hat nicht gezählt. ALG2 Antrag hat sich noch viel mehr in die Länge gezogen. Meine Wohnungsmiete zog mein Konto ins Minus. Mit dem Letzten verfügbaren Geld, mit dem ich meinen Dispo überziehen konnte Hab ich meinen Kühlschrank aufgefüllt.. Dies war bereits 2 Monate nach Antragsstellung!
    Ich wusste nicht mehr wie es weiter gehen sollte. Ständig neue Termine ca im 2 Wochentakt bei ARGE und Arbeitsamt brachten mich nicht weiter, und meine Erklärungen, das ich mir nichts mehr zu Essen kaufen kann wurden ignoriert, bzw runtergeredet. Dies ging so weit das ich mich letztendlich zurückzog.. Mir würde meine Zukunft genommen werden. Ich hatte Hunger, dieser verstärkte meine Depression nur noch mehr. Mein Alltag wurde zu einem unüberwindbaren Hinderniss. Kein Gesunder Mensch kann es nachvollziehen, das es dir schon unmöglich ist ein par Treppen runter zu gehen und die Post aus dem Briefkasten zu hohlen. Es ist keine Faulheit, mann will es ja machen, aber du schaffst es nicht, dein Kopf hindert dich darann. Keine Hoffnung und kein Antrieb. Die Letzten ignorierten Hilferufe, ignoriert und nen Termine bekommen… keine Hoffnung.. Stadtdessen Drohungen das mir Mittel gestrichen werden wenn ich nicht Erscheine. Welche Mittel?
    Der Staat Spielt einen kaputt. Auf dem Amt wirst du wie dreck behandelt und herabwertend. Mit Erklärungen und informationen rückt mann selbst nach aufdringlichen nachfragen nur spärlich aus und stoßt auf ignoranz warum ich nicht einfach hinnehme was man mir sagt. Schließlich soll man sich um arbeitsstellen Deutschlandweit bewerben (nein ich bin nicht mobil), als ich mich nur im Umkreis beworben habe, würde mir gedroht das ich beim nächsten mal mit Kürzungen rechnen darf. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich immernoch keinen cent! Mir wurde gesagt das ich mich überall bewerben muß und umziehen soll. Meine Fragen, wie ich diesen Umzug finanzieren soll, wurden damit beantwortet, dass ich dann ja schließlich arbeiten würde! Hallo? Ich fragte wie ich es anstellen soll im Vorfeld die Wohnung zu nehmen um dort arbeiten zu können, erhielt ich ein Achselzucken als Antwort, dies sei mein Problem. Mit dem nächsten Termin in 2 Wochen und der Aufgabe mich bis dato 15 mal deutschlandweit zu bewerben. Ein vermittlungsschein hab ich übrigens nicht bekommen, weil mein ALG1 antrag abgelehnt wurde. Einen von der ARGE hab ich nicht bekommen, weil ich noch nicht Langzeitarbeitslos bin…
    Es wird einem so richtig schön klar gemacht, das man Abschaum ist und keiner sich drumm kümmern wird
    Mit diesem “neuen Mut” und meiner Depression ernährte ich mich mit den letzten Resten aus meinem Kühlschrank und Nudeln die noch im Schrank aus “besseren Zeiten” übrig waren.
    Zu diesem Zeitpunkt beschäftigte ich mich schon seit einigen Wochen mit Suizidmethoden, weil ich so nicht mehr weiter leben wollte. Suizidgedanken ergaben sich Zwangsweise jeden tag und ständiges grübeln darüber, wurden immer größer und nur noch eine frage der Zeit.
    Letztendlich hab ich die Reste gegessen. Mein Hunger hat mich zu diesem zeitpunkt schon nicht mehr wirklich interessiert, ich hatte keinen Lebensmut mehr.
    Am 30.Mai hab ich nen Abschiedsbrief geschrieben, in dem in etwa steht, wie schön doch alles ist und ich gehe weil ich alles erlebt habe was ich wollte und alle neuen Erfahrungen nur noch wiederhöhlungen seien und ich dessen “satt” (ironie?) bin. Anschließend schluckte ich 20g Paracetamol, die meine Leber zerstören sollten und mich in ein par Tagen dahinraffen würden, nach 12 Stunden würde die Leber aber schon einen nicht reparabelen Schaden haben und Hilfe zu spät sein.
    Mit diesem Wissen, und der betäubenden wirkung dieser Schmerztabletten konnte ich mich beruhigt schlafen legen.
    Nach5 Stunden hatte ich heftige Magenkrämpfe und mußte ich mich übergeben. Dazu bin ich nicht mal mehr aufgestanden, ich war zu schwach, nein noch nicht körperlich, aber psychisch. Es war das, was letztendlich ARGE und Arbeitsagentur aus mir gemacht haben. Nach 15 Stunden, also mit dem Wissen, dass Hilfe zu spät ist hab ich den Notarzt gerufen damit man mich in meinen letzten Tagen zuwenigstens mit Schmerzmitteln voll pumpt, solche Krämpfe wollte ich nicht noch eine Nacht haben, das ich drauf gehe wusste ich.
    Im Krankenhaus würde ich mit ACC voll gepumpt, ein Antidot. Naja, deswegen und wohl weil mein Magen kollabiert ist hab ich überlebt. Im Krankenhaus hab ich noch 51kg gewogen Die ersten Tage konnte mir niehmand sagen ob ich steben würde oder vllt nicht. Meine Leber hat sich in der Zwischenzeit erhohlt, meine Depression nur wenig. Ich bin nach dem Krankenhausaufenthalt in eine psychatrische Einrichtung gekommen. Seit 2 Tagen bin ich nur noch tagesklinisch und Versuche mein leben wieder in den Griff zu bekommen.
    Übrigens jetzt NACH 4 MONATEN hab ich das erste Geld von der ARGE erhalten! Wobei mir noch irgendein Einkommen was ich nicht habe, abgezogen wird. Geht das jetzt weiter, geht es von vorne los? Ich war heute da und es wird geprüft, jetzt hab ich wieder Antragsblätter hier liegen. Dort war mir kotzübel und mir viel es nicht leicht überhaupt rein zu gehen.
    Naja ich seh nach vorne und will weiter machen.

    Ich hoffe das regt ein wenig zum denken an. Es wäre nicht schlecht wenn sich die Politiker manchmal etwas mehr Gedanken darüber machen, was sie mit ihren Gesetzten bewirken und wie sich dies auf die Psyche von Betroffenen wirken kann. Gerade so eine Depression kann leicht durch so etwas entstehen bzw sich drastisch verschlimmern.
    Ich weiß das mein Text sich sehr emotionslos anhört, aber ich kann es nicht ändern – man baut eine starke Mauer zu allen Gefühlen auf. Wer versuchen will, zu begreifen wie schlimm so eine Krankheit ist, findet im Netz genug über diese Krankheit. Auch diese Vorurteile, man sei faul oder will sich vor etwas drücken, der sollte sich dies mal durchlesen, denn dies ist schlicht und infach falsch.

    Ich hab diesen Langen Text geschrieben, weil mich dieser Artikel über diesen anderen jungen Menschen und seine Mutter sehr mitgenommen hat. Tatsächlich hab ich das erste mal geweint dieses Jahr, und das nicht weil es mir selbst fast so gegangen wäre, sondern für ihn jede Rettung zu spät kommt. Es Zeigt mir, das es sehr vielen so ergehen muß und noch viel mehr dadurch an einer Depression erkrankt seien werden. Ist eine Besserung in Sicht? Der Staat scheint sich in letzter Zeit nicht mehr nach dem Volk zu richten, ich hab keine Ahnung von Politik, ich empfinde das der Staat sich zu einem Machtmonopol entwickelt hat, welche nicht mehr demokratisch entscheidet, sondern einfach über die Breite Masse Urteile fällt. Es verträgt sich nicht mit dem
    Wohl der Menschen, wenn der Staat sich den Menschen die Existenz zu nichte macht und als Alternative 1€ Jobs anbietet um irgendwelche Statistiken besser aussehen zu lassen.
    Überlegt, was ihr den einzelnen menschen damit antut! Nur ihr hab die Möglichkeit wirklich was zu verändern, anscheinend nutzt ihr dies aber aus oder befasst euch nicht damit!

    Übrigens haben euch meine Kosten für Krankenhaus und Psychatrische Behandlung wohl mehr gekostet, als ALG2 für ein ganzes Leben.. ihr seit anscheinend auf nem tollen weg, aber ich bin ja (noch) nur ein Einzelfall. Mal sehen, wie die Spätfolgen anderer Menschen nicht viel mehr verschlingen, aber darann seit ihr selbst Schuld.

    An dieser Stelle möchte ich sagen, dass ich kein Punk oder ähnliches bin, ich bin ein ganz normaler 20 Jähriger, der das am eigenen Leib spühren dürfte. Ich hab ein gutes Abi gemacht, meinen Wehrdienst usw.. aber eine gute Zukunft hab ich anscheinend trozdem nicht. Danke

    Mein Text spiegelt vielleicht die Gedanken der letzten Monate wieder, die dieser junge Mann durch gemacht hat. Er wird sie euch nicht erzählen können. Veruscht euch in ihn hinein zu versetzen

    Ruhe in Frieden

    MFG Christoph

    Ob ihr diesen Text veröffentlicht überlasse ich euch, es ist ein Teil von mir, so lange es jemanden intessiert, (oder womöglich beiträgt was zu ändern?) kann dieses gerne weiter gegeben werden.

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